Der Samstag stellte Stimmen ins Rampenlicht, die kaum unterschiedlicher hätten sein können. Was alle gemeinsam hatten: starke Botschaften und viel Power.
Los ging es mit einem Familienkonzert über die Abenteuer der Maus Lou. Die Musikpädagoginnen Evamaria Felder und Janina Schülin liessen Kinder, Eltern und Grosseltern gemeinsam mit der Plüschmaus ins Weltall reisen. Um den Rückweg zu meistern, malten die Kinder ihre ganz eigene Rakete. Neben viel Antriebskraft bot das interaktive Stück Gelegenheit zum Singen, Tanzen und Fliegen. Umrahmt wurde das Konzert von der Zirukusanimation mit Paffi und Paffine. Jung und Alt konnten auf dem Festivalgelände ihr Glück beim Jonglieren versuchen, sich schminken lassen oder über ein Seil balancieren.
Das Stimmfenster mit Elian Zeitel und Lukas Derungs war eines der wenigen Konzerte der diesjährigen Festivalausgabe, bei dem mehrheitlich schweizerdeutsche Lieder performt wurden. Neben teils noch unveröffentlichten Stücken, welche die Oltner Jazzsängerin gerade erst in Paris geschrieben hatte, trug das Duo auch eine Eigenkomposition vom Pianisten Lukas Derungs und die Vertonung eines Gedichts von Franz Hohler vor. Mit einer Adaption von Mani Matters "Dene wos guet geit" wählten Zeitel und Derungs ein Lied mit klarer Message. Sie traf jeden Ton, er liess viel Platz. Unverstärkt, zerbrechlich, stark: Dem Publikum in der vollen Sakramentskappelle gefiels.
Edgy, laut und "in your face": So präsentierte sich MISS C-LINE mit ihrer vierköpfigen Band. Eine gekonnte Mischung aus Electronic, Soul, Sprechteilen und Improvisation mit viel Groove. "Meine Persönlichkeit ist einiges", sagte die in Basel lebende Sängerin mit belarussischen Wurzeln bei ihrem Auftritt in der Büelacherhalle. Zwischen politischen Statements und viel Frauenpower fielen auch mal Phrasen wie "Anywho Winnie Pooh". Gesang, Bass, Schlagzeug und Keyboard erzeugten mitreissenden Sound und bewiesen musikalische Stärke.
Tony Momrelle stand in seiner über 20-jährigen Karriere bereits mit Céline Dion, Janet Jackson und Whitney Houston auf der Bühne. In Ettiswil holten der britische Soul-Sänger und seine Band das Publikum mit einem mitreissenden Set ab. Allesamt Profis mit langjähriger Erfahrung auf ihrem Gebiet, überzeugten neben Momrelles Bilderbuchstimme auch die virtuosen Instrumentalsoli. Zwischen witzeln und tänzeln konnte der Sänger auch ernst werden – so widmete er ein Stück denjenigen Menschen, die weniger privilegiert sind. "It might not happen where you live, but it definitely happens on another street." Seine sympathische und unaufgeregte Art kam an. Spätestens beim Song "Pick me up" gegen Ende des Konzerts standen und tanzten fast alle in der Büelacherhalle.
Fotos: Markus Frömml
Text: Anna Graf
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