Ein Interview mit Heidi Happy, die aktuell ihr 20-jähriges Bühnenjubiläum feiert. Am Stimmen Festival Ettiswil kehrt die gebürtige Dagmersellerin zu ihren Wurzeln zurück. Mit wandelbarer Stimme, unterhaltsamen Geschichten und einem überraschenden Duett.
Seit 20 Jahren sind Sie Komponistin, Sängerin und Multi-Instrumentalistin: Was machen Sie am liebsten?
Songs zu schreiben ist meine Leidenschaft. Besonders das Komponieren von Filmmusik gefällt mir – wie sich die emotionale Ebene einer Szene mit Musik beeinflussen lässt. Aber mit meinem neuen Programm in grosser Formation geniesse ich auch Live-Auftritte als Sängerin sehr.
Zu Ihrem Bühnenjubiläum haben Sie 20 Songs mit 20 Künstlerinnen und Künstlern aufgenommen. Wie lief die Auswahl der Beteiligten ab?
Nach Lust und Laune. Viele Namen sind einfach in meinem Kopf aufgetaucht – dann habe ich mich auf die ersten 20 begrenzt, die mir einfielen. Zu meinem Glück waren fast alle von ihnen mit an Bord.
Darunter auch bekannte Namen wie Büne Huber, Stephan Eicher oder Michael von der Heide. Wie lief die Terminkoordination?
Diese wurde eigentlich erst bei den Live-Auftritten zur Herausforderung. Songs lassen sich schliesslich zu jeder Tageszeit schreiben. Weil das Album mein Vollzeit-Projekt war, konnte ich mich nach meinen Gästen richten.
Balladen, Elektro, Country: Was ist der rote Faden im Album «20»?
Die guten Menschen und die schöne Musik. Von Anfang an war klar, dass ich nicht nur einen Stil im Album haben will. Diese Offenheit korrespondiert mit meiner Karriere, bei der keine Musikrichtung tabu war.
Für Ihr Projekt haben Sie vieles selbst gemacht: Das Crowdfunding, die Kompositionen, das Marketing – waren Sie auch mal überfordert?
Definitiv. Mein Einsatz entstand aus finanziellen Überlegungen, um Auslagen bei Werbung und Booking zu sparen. Als Folge davon kam ich an meine Grenzen und manchmal darüber hinaus – aber es hat auch Spass gemacht. Ich bin mit vielen spannenden Menschen in Kontakt gekommen.
Mundart, Hochdeutsch, Englisch, Französisch: Verändert die Sprache Ihre Stimme?
Sie beeinflusst mich sicher. Beim Duett mit Michael von der Heide spielen wir beide mit dem französischen Charme. Gerade Mundart ist mir in den letzten Jahren sehr nahegekommen – hier fühle ich mich am wohlsten und zeige mich am authentischsten.
Im Song «irgendwie immer deheime» ist auch Ihr Partner Chrigu Blum zu hören, der sonst als Lichttechniker im Hintergrund wirkt. Ein besonderer Moment für Sie?
Sehr – dabei war das so nicht geplant. Chrigu hat die Stimme nur eingesungen, damit ich meinem Pianisten Ephrem Lüchinger zeigen kann, was ich mir vorstelle. Anschliessend fanden das aber alle so passend – mittlerweile käme mir eine andere Stimme komisch vor.
Was sagen Ihre Kinder Lui (10) und Rosa (7) zu Ihrer Musik?
Die finden es cool – vor allem meine Tochter kennt die Texte und singt gerne mit. Auf der aktuellen Tournee sind die zwei bei ein paar Konzerten dabei. Ich finde es schön, dass sie auch an dieser Seite meines Lebens teilhaben.
Sie selbst sind in Dagmersellen in einer musikalischen Familie aufgewachsen – wie hat Sie Ihre Kindheit geprägt?
Ich habe früh gelernt, keine Angst vor der Musik zu haben. Deshalb setze ich viele Instrumente ein, die ich eigentlich gar nicht so gut spielen kann –in der Gesamtkomposition funktionieren sie aber gut.
Welches waren die Höhepunkte der letzten 20 Jahre Ihrer Karriere – und welches die Tiefpunkte?
Höhepunkte waren definitiv meine Kollaborationen: die Tournee mit Stephan Eicher, die Zusammenarbeit mit Yello oder auch die Tournee mit Patent Ochsner. Diese haben mich stark geprägt. Ein Tiefpunkt war eine Show im Ausland, bei der nur drei Leute anwesend waren: Journalisten, die sich auf Barhockern vor die Bühne setzten und Notizen machten (lacht).
Welche Erinnerungen verbinden Sie mit dem Stimmen Festival Ettiswil, dem Sie schon 2013 und 2024 Ihre Stimme schenkten?
Ich habe das Festival als herzlichen Ort mit vielen dankbaren Gesichtern in Erinnerung. Das «Heimspiel» zum Festivaljubiläum vor zwei Jahren mit vielen Künstlerinnen und Künstlern der Region war besonders inspirierend.
Was ist für Ihren bevorstehenden Auftritt vom 5. Juni in Ettiswil geplant?
Als Premiere werde ich einen Song gemeinsam mit der vor mir auftretenden Caroline Chevin spielen. Darauf freue ich mich sehr. Abgesehen davon ist eine Soloshow mit den besten Songs der letzten 20 Jahre geplant. Dazwischen erzähle ich die eine oder andere Anekdote – das wird persönlich und lustig.
Gespräch: Anna Graf
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